Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Rassismus nicht unbedingt etwas mit dem Bildungsgrad eines Menschen zu tun hat. Was ich nicht nur in meinem privaten Umfeld, sondern auch in der Politik oft erlebe, ist, dass vermeintlich hoch gebildete Menschen (und zum Teil mit akademischen Abschlüssen) durchaus rassistisch sein können. Einfach nur sagen, dass Bildung gegen Rassismus hilft, ist mir ehrlich gesagt zu flach. Es kommt auf die Art und Weise der Bildung an. Das macht antirassistische Aufklärungsarbeit um so wichtiger. Ein zweiter Punkt stößt mir bei diesem Video etwas auf! Ab Minute 13:12 heißt es: „Ich verstehe es, wenn ein palästinensischer Vater einen israelischen Vater hasst!“ Erstens: Hass ist eine ziemlich üble Sache. Wird nicht einer fiktiven Figuren die Aussage zugeschrieben, dass Hass zu unsäglichem Leid führt? Wie kann man für so etwas Verständnis haben? Zweitens: Natürlich ist es schlimm, wenn Eltern ihr Kind verlieren. Unabhängig davon, ob dies durch eine Krankheit, einen Unfall, ein Gewaltverbrechen und eine kriegerische Handlung geschieht. Dies steht nicht zur Diskussion. Allerdings finde ich dieses politische Beispiel in diesem Video etwas daneben. Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser ist mittlerweile so Komplex, dass ich schon ziemlich einseitig finde, wenn man sich in so einem Video auf eine Seite einer Partei schlägt. Leider ist es auch der Fall, dass solche Beispiele, in denen Kinder angeführt werden, immer zu emotionalisiert sind! In politische Diskussion finde ich so etwas nicht ganz zielführend.

Wenn ich mich recht erinnere, sah ich diese Dokumentation schon. Und wenn mich meine Erinnerung nicht ganz täuscht, müsste ich sie schon auf meinem vorherigen Blog eingebunden haben. Diese Doku soll aber auch hier ihren Platz finden. Dies ist jedoch das erste Video, bei dem ich denke: Zum Glück sind die Kommentare auf YouTube deaktiviert. Ich möchte nicht wissen, was für ekelhafte Menschen ihre  Meinung zu dieser Dokumentation zum Besten gegeben hätten. Die scheinbare Anonymität des Internets macht leider die Verbreitung von Hass und Hetze möglich!

Als ich dieses Video vor einigen Monaten sah, musste man sich noch nicht auf YouTube anmelden, um es schauen zu können. Ich finde es für diejenigen Menschen ohne Google-Konto schade. Was ich mir übrigens wünschen würde: Die Polizei sollte gegen den braunen Pöbel immer mit solcher Härte vorgehen.

Ihr dummen Doitschen!

Was stellen sich eigentlich all die armen Opfis so an, die gerade mal wieder auf Twitter über Rassismus in diesem wunderschönen Land namens Doitschland jammern? Einem Land in dem man keine Sorgen hat und es sich einrichten kann? In dem Frage, woher man kommt nicht rassistisch sein soll. Und wenn man mit dunkler bzw. schwarzer Hautfarbe auf die Frage antwortet, woher man komme, mit Doitschland antwortet, weil man in diesem Land geboren wurde, schief angesehen wird und im schlimmsten Fall sich noch die Frage anhören muss, woher man wirklich komme, soll dies ja nicht rassistisch. Das ist ja wohl alles halb so schlimm, in einem Land, in dem uns allen so gut geht. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob Fefe diesen Blogpost ernst meint, wenn er tut das tut, verliert er einiges an Glaubwürdigkeit!

Kein Widerspruch!

Natürlich muss man auf die AfD einen Blick haben. Dies begründet sich darin, dass sie fast in allen deutschen Parlamenten vertreten ist. Warum habe ich aber vor Alltagsrassismus mehr Angst als vor dieser Partei? Diese Form von Rassismus gab es schon vor der AfD und ich habe das dumpfe Gefühl, dass sie diese Partei überleben wird. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die öffentliche Debatte um die AfD den Alltagsrassimus überblendet und somit nicht mehr im öffentlichen Bewusstsein präsent ist. Dies fiel mir vor einiger Zeit auf als ein Kollege in einer kleinen Runde folgend Aussage tätigte:  „Die ganzen Asylanten bekommen direkt ein dickes Haus und einen fetten BMW in den Arsch geblasen, wenn sie in Deutschland ankommen!“ Mir ist diese Person nicht als Mitglied der AfD, Wähler und/oder Sympathisant dieser Partei bekannt. Und dies traf auch auf die Personen zu, denen gegenüber diese Aussage getätigt wurde. Das Interessante war, dass diese Aussage in dieser Situation kaum bis keinen Widerspruch erzeugte.

Der richtige Ton!?

Auf der Arbeit konnte ich mir mal wieder eine Sache anhören, bei der ich dachte: Oha, Rassist zu sein hat nichts unbedingt damit zu tun, ob man AfD- bzw. Pegida-Anhänger ist. Ein Kollege tätigte mir gegenüber eine Äußerung, bei der es mir kalt über den Rücken lief. Ihn schätze ich aber mittlerweile weder als Anhänger der AfD, Pegida oder gar anderer rechter Strukturen ein. Allerdings existiert ja noch ein anderes Phänomen, welches man Alltagsrassismus nennt. Und das funktioniert, wie ich es kennenlernte, unabhängig der sozialen Schicht, des gesellschaftlichen Umfeldes oder politischen Farbe, in der man sich bewegt (natürlich kann man mich an dieser Stelle verbessern, ich erhebe hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit). Dieser besagte Kollege stammt aus dem Stadtteil meiner Heimatstadt, in dem ich aufwuchs und immer noch lebe. Vor einigen Jahren zog er jedoch weg. Es blieb in der letzten Schicht nicht aus, dass ich mich mit ihm darüber unterhielt, wie sich dieses Stadtteil in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten veränderte. In einer Randbemerkung gab er mir zu verstehen, dass er aber nicht mehr zurückziehen würde, da es hier zu „multikulti“ geworden sei. Und ich musste natürlich erstmal innerlich schlucken. Womit erstmal zurechnen war: Diejenigen Kollegen, die diesen Gespräch folgten, war keine Reaktion anzumerken. Und in die Köpfe anderer Menschen kann man nicht rein schauen. Manchmal bin ich auch ganz froh darüber. Im ersten Moment lag mir natürlich eine Aussage auf den Lippen, die ich mir verkniff: „Ich muss hier weg! Es ist mir gerade zu deutsch hier!“ Allerdings hätte ich damit böses Blut verursacht. Und das sicher nicht nur bei dem Kollegen, mit dem ich das Gespräch führte. Eine Unzulänglichkeit muss ich mir natürlich eingestehen: In bestimmten Situationen angemessen auf (Alltags)Rassismus zu reagieren. Provokationen helfen im Reallife (aber auch im Internet) leider nicht weiter und sind sicher auch nicht hilfreich Rassismus, egal in welcher Form, adäquat entgegenzutreten.