Damit, dass ich keine neuen Dokumentation auf YouTube fand, die fotografische Themen aufgreifen, hatte ich mich seit einiger Zeit angefreundet. Um so erstaunter bin ich, dass ich innerhalb eines Tages zwei Dokus fand, die ich scheinbar bis Dato noch nicht kannte. 

Veränderung!

Kennt Ihr auch dieses Phänomen? Man fotografiert ein Motiv, bearbeitet dieses und bereitet es für eine Veröffentlichung vor, weil man denkt, dass es relativ gelungen ist. Man schaut sich dieses Bild dann einige Tage, Wochen oder Monate später an, weil man es veröffentlichen möchte. Und dann denkt man: Was habe ich da denn angerichtet? Ich finde es schon ziemlich krass, in welchem Zeitraum sich das Verhältnis zu bearbeiteten Fotos verändern kann. Nicht vielleicht nur durch einen mittlerweile anderen Blick auf die Dinge. Eine veränderte Aufnahmetechnik und/oder Bearbeitung kann auch dazu beitragen. Persönlich fiel mir dies in den letzten Tagen sehr oft auf, als mein Bildarchiv für mein Weblog nach Bildern durchforstete, die ich veröffentlichen wollte. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich diese Veränderungen langsam einschlichen zumal ich über einen langen Zeitraum nicht gerade wenig fotografiere und diese Aufnahmen bearbeite!

Städte sind organisch!

Es gab mal einen Zeitpunkt, da glaubte ich, dass ich in derjenigen Stadt, in der ich aufwuchs und noch immer wohne, keine Aufnahmen mehr machen konnte. Ich glaubte, diese Stadt einfach an Motiven ausgereizt zu haben. Ich glaubte auch, dass diese Stadt, die seit fast 3 Jahrzehnten vom Tourismus lebt, Motive auch dadurch zu sehr ausgereizt wurden. Mittlerweile entstehen aber ein Teil derjenigen Aufnahmen, die ich auf meinem Blog veröffentliche, in dieser Stadt. Städte sind organisch! Städte sind leben! Städte verändern sich! Im Großen und im Kleinen! Dies kann man dokumentieren. Man kann an gleichen Orten zu unterschiedlichen Tageszeiten, Jahreszeiten und zu unterschiedlichem Wetter fotografieren. Die Lichtverhältnisse sind dann immer anders. Man kann dort mit unterschiedlichen Kameras und Brennweiten Aufnahmen machen. Der Blick auf die Motive wird immer ein anderer Blick sein.

Die Tatsache, dass eine im konventionellen Sinn technisch fehlerhafte Aufnahme gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Andreas Feininger (Quelle)

Schon seit der Erfindung der Fotografie wird um deren Echtheit gestritten, weil die Fotografie wohl nie eine Abbildung der Wirklichkeit war, sondern allenfalls ein Vorschlag, wie die Welt zu sehen ist.

Henning Sussebach (Quelle)

Skeptischer Blick!

Manchmal finde ich es schon echt komisch, was manche Menschen über die Fotografie bzw. fotografische Themen denken, die sich mit dieser Thematik kaum bis gar nicht beschäftigen und in fotografischen Themen nicht allzu sehr bewandert sind. So kam letzte Schicht eine Kollegin auf mich zu und fragte mich, ob ich mich mit meiner neuen Kamera, die ich mir im Januar zulegte, mittlerweile zurechtfinde. Als ich darauf antwortete, dass ich mich noch in der Einarbeitungsphase/Eingewöhnungsphase mit dieser Kamera befinden würde, sah sie mich ziemlich skeptisch an: „Es sei doch nicht die ersten Kamera, die ich in meinem Leben in der Hand hätte!“ Das stimmt zwar. Genau dies ist aber auch das Problem. Und auch geanu dann, wenn man das Kamerasystem zu einem anderen Hersteller wechselt. Kein Kanmeramodell ist wie das Andere. Die Menüführung bezüglich der Firmware ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Von den einzelnen Bedienelemneten ganz zu schweigen. Vor allem wenn mit mit der XT3 von Fujifilm ein Gerät verwendet, das im Vergleich zu anderen Bodys kein klassisches Hauptwahlrat verwendet. Wenn ich noch erwähnt hätte, dass ich mich mit Kameras von Nikon und Sony so gar nicht auskenne, weil ich mit Kameras dieser Hersteller noch nie eine einzige Aufnahme machte, hätte dies bei meiner Kollegin weiteres Unverständnis hervorgerufen!

Fotografie: In dem Moment, in dem die Kamera ein Teil von dir wird, in dem du aufhörst, Schnappschüsse zu machen und anfängst in Winkeln, Belichtungen und Blenden zu denken, hast du auf wunderbare Art ein zweites Mal sehen gelernt.

Nadine Petry (quelle)

Ein Motiv! Verschiedene Sichtweisen!

Dass man in der Fotografie das Rad nicht neu erfinden kann, habe ich auch auf diesem Weblog schon oft genug erwähnt und war schon vorher keine neue Erkenntnis. Allerdings wundert mich mittlerweile eine Sache: Es gibt scheinbar einige Fotografen, die diejenigen Location, an denen sie ihre Aufnahmen machen, geheim halten und nicht an andere Fotografen weitergeben. Persönlich finde ich es sehr spannend, wenn ähnliche oder gleiche Motive unterschiedlich fotografiert und/oder bearbeitet werden. Jeder Mensch hat einen anderen Blick auf eine Sache. Und das trifft auch auf Fotografen und deren Blick auf Motive zu. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die ich zulasse, bestimmte Ort an andere Fotografen nicht weiterzugeben. So ein Beispiel wäre eine unberührte Natur/Landschaft, die durch die Weitergabe des Ortes überlaufen werden würde und dann nicht mehr so unberührt ist, wie man sie zuerst vorfand. Es gibt z.B. auch Orte, an denen Menschen wohnen, die sich durch zu viele Fotografen gestört fühlen würden. Auch in diesem Fall kann ich es verstehen, wenn man den Ort, an dem man fotografierte, nicht weitergibt. Es gibt aber sicher genügend Fälle, auf die solche Ausnahmen nicht zutreffen. Und ich finde es schon ziemlich schade, wenn man diese anderen Fotografen nicht zugäglich macht.