Schon seit der Erfindung der Fotografie wird um deren Echtheit gestritten, weil die Fotografie wohl nie eine Abbildung der Wirklichkeit war, sondern allenfalls ein Vorschlag, wie die Welt zu sehen ist.

Henning Sussebach (Quelle)

Skeptischer Blick!

Manchmal finde ich es schon echt komisch, was manche Menschen über die Fotografie bzw. fotografische Themen denken, die sich mit dieser Thematik kaum bis gar nicht beschäftigen und in fotografischen Themen nicht allzu sehr bewandert sind. So kam letzte Schicht eine Kollegin auf mich zu und fragte mich, ob ich mich mit meiner neuen Kamera, die ich mir im Januar zulegte, mittlerweile zurechtfinde. Als ich darauf antwortete, dass ich mich noch in der Einarbeitungsphase/Eingewöhnungsphase mit dieser Kamera befinden würde, sah sie mich ziemlich skeptisch an: „Es sei doch nicht die ersten Kamera, die ich in meinem Leben in der Hand hätte!“ Das stimmt zwar. Genau dies ist aber auch das Problem. Und auch geanu dann, wenn man das Kamerasystem zu einem anderen Hersteller wechselt. Kein Kanmeramodell ist wie das Andere. Die Menüführung bezüglich der Firmware ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Von den einzelnen Bedienelemneten ganz zu schweigen. Vor allem wenn mit mit der XT3 von Fujifilm ein Gerät verwendet, das im Vergleich zu anderen Bodys kein klassisches Hauptwahlrat verwendet. Wenn ich noch erwähnt hätte, dass ich mich mit Kameras von Nikon und Sony so gar nicht auskenne, weil ich mit Kameras dieser Hersteller noch nie eine einzige Aufnahme machte, hätte dies bei meiner Kollegin weiteres Unverständnis hervorgerufen!

Fotografie: In dem Moment, in dem die Kamera ein Teil von dir wird, in dem du aufhörst, Schnappschüsse zu machen und anfängst in Winkeln, Belichtungen und Blenden zu denken, hast du auf wunderbare Art ein zweites Mal sehen gelernt.

– Nadine Petry (quelle)

Ein Motiv! Verschiedene Sichtweisen!

Dass man in der Fotografie das Rad nicht neu erfinden kann, habe ich auch auf diesem Weblog schon oft genug erwähnt und war schon vorher keine neue Erkenntnis. Allerdings wundert mich mittlerweile eine Sache: Es gibt scheinbar einige Fotografen, die diejenigen Location, an denen sie ihre Aufnahmen machen, geheim halten und nicht an andere Fotografen weitergeben. Persönlich finde ich es sehr spannend, wenn ähnliche oder gleiche Motive unterschiedlich fotografiert und/oder bearbeitet werden. Jeder Mensch hat einen anderen Blick auf eine Sache. Und das trifft auch auf Fotografen und deren Blick auf Motive zu. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die ich zulasse, bestimmte Ort an andere Fotografen nicht weiterzugeben. So ein Beispiel wäre eine unberührte Natur/Landschaft, die durch die Weitergabe des Ortes überlaufen werden würde und dann nicht mehr so unberührt ist, wie man sie zuerst vorfand. Es gibt z.B. auch Orte, an denen Menschen wohnen, die sich durch zu viele Fotografen gestört fühlen würden. Auch in diesem Fall kann ich es verstehen, wenn man den Ort, an dem man fotografierte, nicht weitergibt. Es gibt aber sicher genügend Fälle, auf die solche Ausnahmen nicht zutreffen. Und ich finde es schon ziemlich schade, wenn man diese anderen Fotografen nicht zugäglich macht.

wtf?

Es dauert sicher noch eine ganze Weile, bis ich die Fujifilm XT3 halbwegs blind bedienen kann. Dafür sind die Einstellungsmöglichkeiten bei dieser Kamera ziemlich umfangreich. Vor allem wenn man vorher ein anderes Kamerasystem nutzte. Allerdings habe das Gefühl, dass man mit diesem Gerät wesentlich mehr auffällt als mit der Olympus OM-D E-M10 Mark II. Aufgrund des Retrolooks hatte ich auch schon den Eindruck, dass ich oft genug auf dieses Modell angesprochen wurde. Und zwar mehr als mir eigentlich mit einer MFT-Kamera lieb war. Gerade wenn ich in Innenstädten unterwegs bin, möchte ich so wenig wie möglich auffallen. Am Liebsten wäre ich mit der Kamera unsichtbar. Aus diesem Grund entschied ich mich in der Vergangenheit eher für kleine spiegellose Kameras. Andererseits: Gäbe es die Möglichkeit unsichtbar zu sein, hätte man nicht die Möglichkeit über die Kamera mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Es gibt allerdings Gespräche, die ich mir auch gerne ersparen würde oder nicht weiß, was ich von ihnen halten soll. Den zweiten Fall hatte ich vor einigen Tagen, als ich mal wieder mit der XT3 ein paar Aufnahmen machte. Ein älterer Mann blieb kurz stehen, sprach mich auf die Kamera an, brach das Gespräch nach gefühlten zwei Minuten ab und verschwand mit seiner Begleitung. Und ich dachte mir: Warum beginnt man ein Gespräch zu einem Thema, an dem man scheinbar interessiert ist, um es im nächsten Moment wieder zu beenden?

Es wird Zeiten geben, in welchen Du ohne Kamera auf dem Feld bist. Und dann wirst den herrlichsten Sonnenuntergang oder die schönste Szene erleben, die Du je gesehen hast. Sei nicht bitter, weil Du es nicht aufnehmen kannst. Setze Dich, versinke hinein und genieße es!

– DeGriff (Quelle)

Unverständnis!

Kennt Ihr auch diesen Typ Mensch in der Foto-Szene, die sich nur mit Technik beschäftigen, sich selber gerne reden hören und eigentlich hinter den Tresen einer Kneipe gehören? Natürlich hört sich das schon etwas Klischeehaft an. Aber scheinbar gibt es immer wieder Menschen, die gewollt oder auch ungewollt bestimmte Klischees bedienen! Neulich stand ich in einem Nachbarstädchen vor dem Schaufenster eines Fotoladens und begegnete seit einer halben Ewigkeit einem solchem Typ Mensch. Ohne Punkt und Komma gab er seine Ansichten zu Kameras zum Besten ohne mich mal zu Wort kommen zulassen. Und immer wenn ich an diese Situation zurückdenke, frage ich mich, ob so ein Typ Mensch andere Meinungen oder Ansichten akzeptieren kann  oder einfach nur versucht sein eigenes Wissen kundzutun. Natürlich kann es sein, dass ich diesem Menschen unrecht tue. Vielleicht verhält sich dieser Mensch auch in anderen Situationen anders. Das Leben besteht ja bekanntlich konkret aus Rollenverhalten. Da ich mich allerdings schon einige Jahre mit der Fotografie beschäftige, sind mir Menschen schon oft begegnet, die so ein Verhalten an den Tag legen. Und manchmal frage ich mich, ob dies ein Verhalten ist, welches in der Foto-Szene besonders ausgeprägt ist.

Der Koch: „Ihre Fotos gefallen mir, Sie haben bestimmt eine gute Kamera!“
Helmut Newton (nach dem Essen): „Das Essen war vorzüglich – sie haben bestimmt gute Töpfe!“

– Helmut Newton (Quelle)

Die Tatsache, dass eine im konventionellen Sinn technisch fehlerhafte Aufnahme gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

– Andreas Feininger (Quelle)