Dasselbe Horn!

Vor ein paar Tagen las ich einen Beitrag, zu dem ich mich hier nicht direkt äußern wollte. Manchmal ist es ja sinnvoll einige Zeit zu warten, bevor man etwas zu einem Thema schreibt. Und meines Erachtens war dies hier angebracht. Ich wollte einfach über diesen Beitrag noch etwas nachdenken. Allerdings bin ich mittlerweile zur Erkenntnis gelangt, dass die Thematik selbst für einen Blogbeitrag etwas zu komplex ist. Dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Gedanken zu äußern, der mir durch den Kopf ging: Einiges, was dort inhaltlich zu finden ist, würde ich noch immer im Groben unterschreiben. Allerdings habe ich auch bedenken, was diesen Beitrag betrifft! Das Jahr 1968 ist dieses Jahr 50 Jahre her. Salopp formuliert: Die Generation, die damals rebellierte, ist meine Elterngeneration. Die Generation, die damals rebellierte, bestand aus den Professoren und Dozenten, deren Seminare und Vorlesungen ich besuchte. Und mein Uni-Abschluß ist schon eine ganze Weile her. An manches aus dieser Zeit erinnere ich mich auch nur dunkel. Oder anders formuliert: 50 Jahre sind ein halbes Jahrhundert. Das muss man sich auch erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Natürlich: Wenn ich mich politisch umschaue, läuft nicht nur viel schief. Es läuft verdammt viel schief! Es läuft so viel schief, dass man allerlei Gründe hätte, zu rebellieren (so mein persönlicher Eindruck). Allerdings habe ich ein gewaltiges Problem damit, die heutige Generationen mit den Menschen zu vergleichen, die 1968 zu rebellierten. Die historischen Voraussetzungen sind einfach andere! Man muss die Zeit, die man historisch begreifen möchte, nicht rückwirkend aus einer deterministischen Brille betrachten. Und sonst? Ein paar Zeilen halte ich in diesem Beitrag einfach für falsch:

Schließlich kann jeder, der heute in einer westlichen Demokratie aufwächst, sein, wer er will, und denken, was er will. Frauenrechte und sexuelle Freiheit sind Selbstverständlichkeiten. Herkunft und Hautfarbe spielen keine Rolle. Diversität wird so stark gelobt und befürwortet wie nie zuvor, zu keiner Zeit war es so in Ordnung, anders zu sein.

Kann man wirklich bei dem Rechtsruck, den wir zur Zeit in Europa erleben, noch denken, was wir wollen, ohne dass man vom wütenden Mob als Feminazi und/oder Linksfaschist beschimpft wird, der anderen Menschen Meinung aufzwingen möchte? Mittlerweile spielt es leider auch wieder eine Rolle, ob man als männlicher Weißer geboren wurde. Einige Regionen in diesem Land würde ich nur unter dieser Bedingung betreten wollen. Andernfalls hätte ich fast schon Angst, diese Gegenden unverletzt oder gar lebend zu verlassen. Schaut man sich zu mindestens mal die politische Landschaft an, wächst auch der Druck der Rechtspopulisten auf andere Parteien. Parteien stehen immer in Konkurrenz zu einander. Das ist leider traurige Wahrheit. Helfen tut das nur wenigen Menschen.  Und wenn eine Partei mit rechtspopulistischen Inhalten anderen Parteien Wählern abspenstig macht, heißt es natürlich nicht, dass diese Parteien vernünftige Alternativen haben. Scheinbar sehen sie sich gezwungen diese Inhalte zu übernehmen, um die Wähler zurückzugewinnen, die bei den letzten Wahlen verloren gingen. In dasselbe Horn zu blasen, ist wohl einfacher!