Ich bin Mensch!

Ich bin Linksfaschist! Ich bin Feminazi! Ich bin jemand, der anderen Menschen Meinung aufzwingt! Ich bin Antikapitalist! Ich bin gegen Nationalismus! Ich bin gegen Grenzen! Ich bin gegen gesellschaftliche Klassen! Ich bin gegen Ausgrenzung! Ich bin Antifaschist! Ich bin gegen homophobe Menschen! Ich bin gegen Menschen, die Menschen hassen! Ich bin gegen die AfD! Ich bin gegen jede Form von Populismus! Ich bin gegen Ausgrenzung! Ich bin immer dagegen! Ich bin gegen Ausbeutung! Ich bin gegen Diktatur! Ich bin gegen Antisemitismus! Ich bin gegen Faschismus! Ich bin gegen Nationalsozialismus! Ich bin gegen Staaten! Ich bin gegen Rechtsrock! Ich bin gegen Dummheit! Ich bin politisch sehr weit links! Manchmal bin ich Punk! Und deshalb ist mir manchmal auch alles scheißegal! Ich bin faul! Ich bin gegen Rassismus! Ich bin gegen jede Form von Autoritäten! Ich bin gegen Sexismus! Ich bin gegen das Patriarchat! Ich bin das Matriarchat! Ich bin gegen Feminismus! Ich bin gegen Menschen, die die Liebe nicht lieben! Ich bin gegen Menschen, die sich nicht solidarisieren können oder wollen! Ich bin gegen Menschen die nicht zum richtigen Zeitpunkt, den Arsch hoch kriegen! Und deshalb bin ich manchmal gegen mich! Ich bin gegen Konsequenz! Ich bin gegen Inkonsequenz! Und was ich vor allem bin: So ein Ding mit zwei Beinen, zwei Armen und einem Kopf! Ich bin Mensch!

Dasselbe Horn!

Vor ein paar Tagen las ich einen Beitrag, zu dem ich mich hier nicht direkt äußern wollte. Manchmal ist es ja sinnvoll einige Zeit zu warten, bevor man etwas zu einem Thema schreibt. Und meines Erachtens war dies hier angebracht. Ich wollte einfach über diesen Beitrag noch etwas nachdenken. Allerdings bin ich mittlerweile zur Erkenntnis gelangt, dass die Thematik selbst für einen Blogbeitrag etwas zu komplex ist. Dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Gedanken zu äußern, der mir durch den Kopf ging: Einiges, was dort inhaltlich zu finden ist, würde ich noch immer im Groben unterschreiben. Allerdings habe ich auch bedenken, was diesen Beitrag betrifft! Das Jahr 1968 ist dieses Jahr 50 Jahre her. Salopp formuliert: Die Generation, die damals rebellierte, ist meine Elterngeneration. Die Generation, die damals rebellierte, bestand aus den Professoren und Dozenten, deren Seminare und Vorlesungen ich besuchte. Und mein Uni-Abschluß ist schon eine ganze Weile her. An manches aus dieser Zeit erinnere ich mich auch nur dunkel. Oder anders formuliert: 50 Jahre sind ein halbes Jahrhundert. Das muss man sich auch erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Natürlich: Wenn ich mich politisch umschaue, läuft nicht nur viel schief. Es läuft verdammt viel schief! Es läuft so viel schief, dass man allerlei Gründe hätte, zu rebellieren (so mein persönlicher Eindruck). Allerdings habe ich ein gewaltiges Problem damit, die heutige Generationen mit den Menschen zu vergleichen, die 1968 zu rebellierten. Die historischen Voraussetzungen sind einfach andere! Man muss die Zeit, die man historisch begreifen möchte, nicht rückwirkend aus einer deterministischen Brille betrachten. Und sonst? Ein paar Zeilen halte ich in diesem Beitrag einfach für falsch:

Schließlich kann jeder, der heute in einer westlichen Demokratie aufwächst, sein, wer er will, und denken, was er will. Frauenrechte und sexuelle Freiheit sind Selbstverständlichkeiten. Herkunft und Hautfarbe spielen keine Rolle. Diversität wird so stark gelobt und befürwortet wie nie zuvor, zu keiner Zeit war es so in Ordnung, anders zu sein.

Kann man wirklich bei dem Rechtsruck, den wir zur Zeit in Europa erleben, noch denken, was wir wollen, ohne dass man vom wütenden Mob als Feminazi und/oder Linksfaschist beschimpft wird, der anderen Menschen Meinung aufzwingen möchte? Mittlerweile spielt es leider auch wieder eine Rolle, ob man als männlicher Weißer geboren wurde. Einige Regionen in diesem Land würde ich nur unter dieser Bedingung betreten wollen. Andernfalls hätte ich fast schon Angst, diese Gegenden unverletzt oder gar lebend zu verlassen. Schaut man sich zu mindestens mal die politische Landschaft an, wächst auch der Druck der Rechtspopulisten auf andere Parteien. Parteien stehen immer in Konkurrenz zu einander. Das ist leider traurige Wahrheit. Helfen tut das nur wenigen Menschen.  Und wenn eine Partei mit rechtspopulistischen Inhalten anderen Parteien Wählern abspenstig macht, heißt es natürlich nicht, dass diese Parteien vernünftige Alternativen haben. Scheinbar sehen sie sich gezwungen diese Inhalte zu übernehmen, um die Wähler zurückzugewinnen, die bei den letzten Wahlen verloren gingen. In dasselbe Horn zu blasen, ist wohl einfacher!

Manchmal wünschte ich mir mehr Zeit. Zwischen der verhassten Lohnarbeit und dem, was mir viel liegt (Fotografie/Weblog), bleibt mir manchmal relativ wenig Zeit. Und mal von beiden Sachen abzuschalten und mal ein paar Stunden etwas komplett anderes zu machen, tut auch mal gut.  Ich will aber in diesem Beitrag nicht jammern. Manchmal wünschte ich aber nur, dass ich mich auch mal etwas mehr mit anderen Sachen beschäftigen könnte. Mich etwas intensiver mit Hannah Arendt zu beschäftigen wäre zum Beispiel so eine Sache. Leider habe ich das Gefühl, dass die verbleibende Zeit zwischen Lohnarbeit und dem, was mir wichtig ist, einfach zu gering ist und ich in dieser Zeit Hannah Arendt einfach nicht gerecht werden kann.

Weiter im Text!

Im massenmedialen Alltag gehen leider immer wieder bestimmte Themen unter. Und dies sind leider auch Themen, die ziemlich wichtig sind. So ein Thema ist zum Beispiel das Verbot linksunten.indymedia. Um so schöner ist es, wenn man von Zeit zur Zeit noch etwas von diesem Thema sieht, hört oder liest. Man darf natürlich gespannt sein, wie man mit der Klagebegründung beim Bundesverwaltungsgericht kommt. Um ehrlich zu sein habe ich bei dem Rechtsruck in dieser Gesellschaft und den Repressalien gegen Linke AktivistInnen relativ wenig Hoffnung, dass dies überhaupt eine Chance hat. Aber da ich immer wieder den Eindruck, dass die juristischen Mühlen in diesem Land relativ langsam mahlen, dürfte es etwas dauern, bis das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil fasst.

Der richtige Weg?

Haben noch andere Menschen außer mir den Eindruck, dass die Kommentarkultur auf YouTube ziemlich krude ist? Für mich hat es den Anschein, dass sich einige User nicht nur dort rumtreiben, um Inhalte zu trollen. Andere versuchen in den Kommentaren wohl ihre ziemlich komischen politischen Ansichten zu verbreiten. Da ich heute ausnahmsweise mal einen Blick in die Kommentare zu einigen Videos warf, kamen mir leider einige antisemitische Äußerungen unter. Natürlich hätte ich mich auf YouTube anmelden und diese Kommentare als Spam melden können. Und dann? Natürlich ist dies auf den großen Plattformen eine nie endende Aufgabe. Bei der Masse an Content, der dort seit all den Jahren existiert, wundert das ja wenig. Und es ist definitiv nicht meine Lebensaufgabe solche Inhalte zu melden. Ich habe so ganz nebenbei auch was anderes vor in meinem Leben. Außerdem: Löst es grundsätzlich ein Problem, wenn man antisemitische (oder auch rassistische, sexistische, etc.) Kommentare auf YouTube meldet? Im schlimmsten Fall werden sie vom Betreiber der Plattform nicht vom Netz genommen. Und wenn sie gelöscht werden, steht man ja noch vor einem weiteren Problem: Ein Antisemit hört ja nicht auf ein Antisemit zu sein, nur weil seine antisemitische Äußerung aus den Weiten des Internets gelöscht wurde. Möchte man so etwas wie Antisemitismus bekämpfen muss man einen anderen Ansatz finden. So widerlich solche Kommentare natürlich auch sind, kann man auch froh darüber sein, dass man innerhalb der scheinbaren Anonymität des Netzes dort ziemlich viel reinschreiben kann. Ein kleines Beispiel: Im Straßenverkehr existieren Schilder, die auf Gehwegschäden hinweisen! Und wenn jemand einen antisemitischen oder wie auch immer gearteten Kommentar in WWW zu einem bestimmten Thema X veröffentlicht, könnte man ihn analog als Warnhinweis auf seinen Hirnschaden verstehen. Und man weiß somit, wo man bei diesen Menschen dran ist!